Neben zahlreichen Wearables, die die Herzfrequenz, den Blutdruck oder beispielsweise die Körpertemperatur erfassen, versucht eine neue Generation der tragbaren Technik die Psyche zu überwachen: die Brain Wearables.

Entwickler der sogenannten „brain wearables“, die als Kopfhörer mit Elektroden konzipiert sind, behaupten, dass diese Technologie die Stressniveaus erfassen sowie die Konzentration verbessern könnte. Brain Wearables funktionieren, indem sie durch eine Elektroenzephalographie (EEG) die elektrische Aktivität des Gehirns, also die sogenannten Hirnwellen, ermitteln.

Mittlerweile hat die Forschung in den letzten Jahren gezeigt, dass die EEG-Signale mit der Konzentration, dem Gedächtnis und der Aufmerksamkeit eng verbunden sind. Jedoch bleibt die Frage offen, wie genau Wearables Gehirnwellen erkennen können, da die Hirnsignale im Alltag nicht so präzise wie in einem Labor kontrolliert werden können. Eigentlich können sie manchmal auch im Labor nur schwer erfasst werden: „Sogar in top-ausgestattetem Labor ist es manchmal kompliziert diese winzigen Signale zu erkennen, diese Problematik könnte in einer natürlichen Umgebung, außerhalb des Labors, noch größere Herausforderungen stellen“, so Gerwin Schalk, Neurowissenschaftler an dem New York State Department of Health’s Wadsworth Center. Nach Schalk könnten zum Beispiel Muskelbewegungen Probleme verursachen, da sie fälschlicherweise auch als EEG-Signale erfasst werden können. Unternehmen in dieser Branche sehen einer möglichen Lösung in der Einbeziehung mehrere Elektroden, die EEG-Daten aufnehmen. Zudem sollten in Zukunft auch größere Datenbanken für die Hirn-Anwendungen aufgebaut werden.

Eines der ersten Brain Wearables zur kommerziellen Nutzung wurde im Jahr 2009 von dem Unternehmen NeuroSky hergestellt. Indem Gehirnwellen gescannt werden, dient das Gerät zur Steuerung von Spielen und für Entspannungsübungen. Heute bietet NeuroSky ein neues Produkt an – MindWave Mobile, das durch Erfassung und Analyse der aufgenommenen Hirnwellen, die Nutzer beim Spielen unterstützen soll, sowie Stressniveaus reduziert und beim Lernen hilft, indem es die Konzentrationssteigerung fördert.

Leidenschaftliche Yogis könnte ein anderes Hirn-Gerät interessieren – Muse sollte Menschen bei Meditation unterstützen, indem es durch die Messung der Hirnwellen die Aktivität des Gehirns in Ton wiedergibt. Das smarte Stirnband sollte auch die Konzentration unterstützen und kostet etwa 300 Dollar.


Laut Statistik wird die Wearables-Branche bis 2018 rund zwölf Milliarden Dollar umsetzen, 60 Prozent davon im Bereich Fitness und Gesundheit. Obwohl für viele sich das alles wie eine Science-Fiction-Geschichte anhört, leben wir tatsächlich in einer Gesellschaft, die immer mehr von der Mensch-Maschine-Interaktion geprägt ist. Und obwohl viele Kritiker diesen gesellschaftlichen Wandel als beunruhigend empfinden, könnte uns die Technologie eigentlich helfen, über uns hinauszuwachsen.

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