Das erste Mal in einer fremden Stadt: Spaziergang durch die Straßen und Gassen, neue Eindrücke und Gerüche und dann plötzlich dieses Gefühl: Hier war ich schon einmal! In manchen Fällen ist das Erlebnis sogar so stark, dass man fast fühlt und weißt, was als Nächstes passieren wird. Woher kommt dieses Phänomen, was Déjà-vu genannt wird und wofür jede Menge Erklärungsansätze kursieren?

Ein Déjà-vu ist ein weit verbreitetes und häufiges Erinnerungsphänomen, das meistens nur einige Sekunden anhält, aber bei dem Betroffenen für Verwunderung sorgt. Wissenschaftler gaben diesem rätselhaften Erlebnis im 19. Jahrhundert den französischen Namen Déjà-vu – deutsch: schon gesehen. Bis zu zwei Drittel aller Menschen hatten bereits einmal ein solches Déjà-vu, Wissenschaftler rätseln aber noch immer, wie dieses Gefühl entsteht.

Fest steht: Männer und Frauen haben gleich oft ein Déjà-vu. Filmliebhaber und Reiselustige haben es öfter als Couch-Potatoes. Liberale haben es öfter als Konservative, Jüngere öfter als Alte (am häufigsten passiert es zwischen 15 und 25 Jahren), Menschen mit höherer Schulbildung öfter als weniger Gebildete. Und: Je müder jemand ist, desto eher wird er von einem Déjà-vu befallen.

Parapsychologische Erklärungen waren die ersten neuzeitlichen Theorien, die zu dieser Empfindung auftauchten. Doch schon in der späten Antike war das Phänomen bekannt und zwar unter dem Begriff der „falschen Erinnerung“, der auf Aurelius Augustinus zurückgeht. Viel später, 1896, prägte der Franzose F. L. Arnaud den Ausdruck Déjà-vu und entstanden die ersten wissenschaftlichen Theorien. Wie diese Erlebnisse zustande kommen, ist aber bis heute ungeklärt.

Die Psychologie nimmt an, dass es sich beim Déjà-vu schlicht um eine vorübergehende Störung handelt und zwar entweder um eine des Gedächtnisses oder der Zeitempfindung, der Aufmerksamkeit oder der Wahrnehmung, schreibt das deutsche Onlinemagazin wissen.de.

Die Psychoanalyse hingegen vermutet Symbolhaftes: Siegmund Freud beispielsweise glaubte, ein Déjà-vu Erlebnis sei eine unbewusste Erfüllung von Wunschvorstellungen und diene gleichzeitig der Angstabwehr.

  • An ein funktionsgestörtes Areal im Gehirn glauben Neurobiologen: Patienten, deren epileptische Anfälle im Schläfenlappen beginnen, berichten oft von Déjà-vu Erlebnissen. Die betroffenen Hirnregionen spielen eine große Rolle beim Speichern von Informationen, aber der Hippocampus, ein Teil des Schläfenlappens, unterscheidet auch zwischen bekannten und unbekannten Sinneseindrücken.
  • Esoterisch angehauchte Zeitgenossen mögen in Déjà-vus Erinnerungen an vergangene Leben sehen, Telepathie oder unterdrückte Fantasien vermuten. Wem also die wissenschaftlichen Erkläransätze nicht zusagen, der könnte sich auch der Fraktion anschließen, die Déjà-vu Erlebnisse auf Übersinnliches zurückführt – nämlich auf Erinnerungen an Erfahrungen, die in einem früheren Leben stattfanden und nun wieder hochkommen.
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