Eine vergleichende Analyse der Arzneiversorgung von 2014 zeigt: Privatpatienten haben eine höhere Chance, ein innovatives Medikament zu erhalten. Auch deshalb gibt die PKV mehr Geld für Arzneimittel aus.

Das AMNOG (Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes) hat dazu beigetragen, dass sich die Ausgaben für Arzneimittel in der privaten Krankenversicherung (PKV) und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) inzwischen ähnlich entwickeln – berichtet die deutsche „Ärzte Zeitung“ und beruft sich dabei auf eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) über die Arzneimittelversorgung der Privatversicherten.

Bei der Versorgung mit Arzneimitteln gibt es in PKV und GKV aber nach wie vor deutliche Unterschiede, gerade was die Verordnung neuer Medikamente betrifft.

“Die PKV bleibt der Innovationsmotor.”Dr. Frank Wild, Leiter des WIP.

Studie von 2014: GKV und PKV verschreiben unterschiedliche Medikamente

Für 2014 haben die Wissenschaftler die von Versicherten bei 17 PKV-Unternehmen eingereichten Arzneimittelrechnungen aus der ambulanten Versorgung analysiert. Die Versicherer repräsentieren 83,5 Prozent der Privatversicherten.
Die Auswertung zeigt laut Wild, dass sich die beiden Systeme bei den verordneten Arzneimitteln unterscheiden. “Diese Unterschiede beruhen auf der weitreichenden Regulierung in der GKV, von der auch die neuen Präparate erfasst werden.” Obwohl nur 11,2 Prozent der Gesamtbevölkerung privat versichert sind, entfallen auf sie 13,8 Prozent der Ausgaben für neue Medikamente der Jahrgänge 2011 bis 2014.

Geringeres Ausgabenwachstum

Weitere Feststellung der WIP-Studie ist, dass – trotz der stärkeren Regulierung in der GKV – die Ausgaben dort in den Jahren 2011 bis 2014 mit 14 Prozent stärker gestiegen sind als in der PKV mit 12,4 Prozent. Die Kostenentwicklung in den beiden Systemen ist jedoch ziemlich ähnlich.
Eine weitere Gemeinsamkeit von GKV und PKV ist, dass der Kostenfaktor Arzneimittel bei beiden an Bedeutung gewinnt, so das WIP. Mit plus 4,6 Prozent lag der Zuwachs in der PKV 2014 deutlich über der Zunahme der gesamten Leistungsausgaben, die 1,8 Prozent betrug. “Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung haben die hohen Preise für neue Medikamente.“ – schreibt Wild in der Studie.

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