Diabetes: alarmierend hohe Dunkelziffer

Verglichen mit dem Jahr 2006 stieg die Anzahl der Diabetiker von sechs auf mittlerweile neun Prozent. Dies ergab eine Auswertung der Apotheken-Aktion „10 Minuten für meine Gesundheit“, bei der Kunden ihre Risikowerte in den Apotheken überprüfen lassen konnten. Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November 2013 machen die Apotheker einmal mehr auf die Gefahr von Diabetes aufmerksam. […]

Diabetes ist eine Volkskrankheit. Aufgrund falscher Ernährung, zu wenig Bewegung und mangelndem Risikobewusstsein steigt die Anzahl an Diabetikern laufend an. Besonders erschreckend ist die hohe Dunkelziffer.

Verglichen mit dem Jahr 2006 stieg die Anzahl der Diabetiker von sechs auf mittlerweile neun Prozent. Dies ergab eine Auswertung der Apotheken-Aktion „10 Minuten für meine Gesundheit“, bei der Kunden ihre Risikowerte in den Apotheken überprüfen lassen konnten. Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November 2013 machen die Apotheker einmal mehr auf die Gefahr von Diabetes aufmerksam.

“Zuckerkrankheit muss gezielt und vor allem rechtzeitig behandelt werden. Da viele Menschen nicht über ihre schlechten Blutzuckerwerte Bescheid wissen, haben wir auch heuer wieder kostenlos die Gesundheitswerte unserer Kunden gemessen.”Mag. pharm. Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich

Niederösterreich: 259 Diabetiker neu entdeckt
Bei der Vorsorge-Aktion „10 Minuten für meine Gesundheit“ wurde auch die Diabetes-Situation in Niederösterreich erhoben. Über 6.000 Personen ließen von 15. April bis 30. Juni 2013 ihre Gesundheitswerte in den niederösterreichischen Apotheken messen.
Dabei wurden mehr als 529 Diabetiker (9 Prozent) identifiziert, wobei 259 Diabetiker neu entdeckt wurden. 1.334 Personen sind diabetesgefährdet (rund 22 Prozent) – ihnen wurde eine Abklärung der Werte beim Arzt empfohlen. 70 Prozent der untersuchten Personen wiesen ideale Werte auf. Regional gesehen ist in Niederösterreich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu erkennen: Die Diabetesprävalenz liegt im Norden bei elf Prozent und im Süden bei sieben Prozent. Die meisten Diabetiker gibt es im Waldviertel mit 14 Prozent.

Dunkelziffer Diabetes: 49 Prozent
Der allgemeine Trend ist Besorgnis erregend. Wurde bei der Aktion im Jahr 2006 noch eine Diabetikerrate von sechs Prozent festgestellt, so ist diese – zumindest in Niederösterreich – bereits auf neun Prozent angestiegen: Bei neun Prozent der 6186 Teilnehmer wurde Diabetes festgestellt, wobei fast die Hälfte nicht über ihre Krankheit Bescheid wusste. Die Dunkelziffer betrug exakt 49 Prozent. Neben Blutzucker wurden auch Blutdruck, Cholesterin, Bauchumfang, Gewicht und Rauchverhalten überprüft. Die gemessenen Gesundheitswerte wurden einheitlich und anonym erfasst und detailliert ausgewertet.

Warum Screening in der Apotheke so wichtig ist
In nur wenigen Minuten können wichtige Gesundheitswerte gemessen werden, die Aufschluss über das Krankheitsrisiko eines Menschen geben. Trotz weniger Parameter wie Größe, Gewicht, Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Bauchumfang, Rauchgewohnheiten etc. werden viele Informationen gewonnen und Risikogruppen rasch identifiziert. Der niederschwellige Zugang der Apotheke zur
Bevölkerung ist besonders hilfreich. Die Niederösterreichische Apothekerschaft hat die Vorsorgeaktion zweieinhalb Monate kostenlos und unbürokratisch angeboten. Im Vorfeld wurden die Apothekerinnen und Apotheker gezielt für diese Screening-Aktion ausgebildet. Die Vorsorgeaktion der niederösterreichischen Apotheker wurde in Kooperation mit der NÖGGK durchgeführt. Weiters wird das Projekt vom Land Niederösterreich, der Initiative „Tut gut“ und dem Bundesministerium für Gesundheit unterstützt.

Apotheken auf einen Blick
In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau. Das bestehende Apothekensystem garantiert eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln und stellt die Versorgung der Patienten in den Mittelpunkt. Insgesamt beraten 5.700 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.330 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker.

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