Eine neue Studie der Universität Jena und der Cornell Universität in New York zeigt, wie einfach Restaurantbesitzer uns dazu animieren können mehr zu bestellen. Die Figur der Bedienung spielt demnach eine entscheidende Rolle: bei einem dicken Kellner sind wir angeblich lockerer und werfen unsere Ängste um unsere Figur schneller auf den Haufen als bei einer Bedienung mit normaler Figur.

Die Figur des Kellners bestimmt den Umsatz

Besonders beim Nachtisch lassen sich Restaurantgäste durch einen übergewichtigen Kellner zum Schlemmen hinreißen, schreibt das Online-Portal focus.de. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei einer dicken Bedienung ein Dessert bestellen, ist vier Mal höher als bei einem schlanken Kollegen.

Der Grund dafür, dass wir uns so leicht verführen lassen, liegt auf der Hand: der dicke Kellner nimmt jedem das schlechte Gewissen. Und diese Wirkung gilt unabhängig von unserem eigenen Gewicht, vor dem dicken Kellner sind wir also alle gleich.

Sogar beim Alkohol kann man dieses Prinzip beobachten: hier erhöht ein dicker Kellner die Bestellungsrate um 17,65 Prozent. Wenn eine Bar oder Restaurant sich aber nicht nur auf die Figur der Bedienung verlassen möchte, dann gibt es eine weitere Möglichkeit das Ess- und Trinkverhalten der Gäste auszutricksen.

Kleine Gläser, große Gläser

Die Wissenschaftler der Cambridge Universität haben nämlich einen Versuch in einem britischen Restaurant mit Barbereich durchgeführt und herausgefunden: es lohnt sich die Größe der Gläser zu überdenken. Besucher trinken nämlich mehr aus großen Weingläsern als aus Standardgläsern, da ihnen die Weinmenge darin geringer erscheint.

Im Laufe des Versuchs haben die Forscher nur und ausschließlich die Weingläser ausgetauscht, alles andere wie das Weinsortiment, die eingeschenkte Menge, die Preise und sogar die Form der Weingläser blieben gleich. In der Zeit mit den großen Gläsern verkaufte demnach das Lokal im Schnitt 9,4 Prozent mehr Wein. Besonders ausgeprägt sei der Effekt im Barbereich gewesen: Dort stiegen nämlich die Verkäufe um 14,2 Prozent. Ein möglicher Grund: In der Bar kauften die Gäste fast nur Wein in Gläsern, im Restaurant hingegen überwiegend in Flaschen und dieser zusätzliche Maßstab erleichterte ihnen die getrunkene Menge einzuschätzen.

Und nochmals über die Figur

Und noch ein Hinweis für Biertrinker: die Glasform kann sich auf das Trinkverhalten auswirken. Bei einer Studie leerten die Teilnehmer mit den Weizengläsern ihre Getränke im Schnitt 60 Prozent schneller als die Bierkrugtrinker. Wahrscheinlich konnten die Weizenglastrinker durch die geschwungene Form der Gläser schwerer einschätzen, wie viel sie bereits getrunken hatten. Dadurch unterschätzten sie die Menge und tranken schneller.

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