Heiße Tage warten auf uns. Und das sagen nicht nur die Meteorologen, sondern auch die Fußballbegeisterten, die die letzten drei Spiele der EURO 2016 kaum noch erwarten können.
Wer es nicht mehr zuhause aushalten konnte und nach Frankreich gereist ist, erlebt mit Sicherheit Gänsehaut-Momente und laute Stunden in den Stadien mit den gleichgesinnten Fans singend, brüllend, lachend und weinend. Aber wie reagiert unser Körper auf diese Zustände?

Es ist so unglaublich toll: die Menge feuert die Mannschaften an, singt Lieder und Hymnen, klatscht und dann kommt auch noch die „Welle“. Man kann sich kaum unterhalten, da man nicht einmal seine eigene Stimme versteht, aber wen stört‘s, Hauptsache, das Lieblingsteam gewinnt. Dabei ist das ganze Szenario gar nicht so ungefährlich: Vor Hörschäden durch den Lärm –
egal ob in den Stadien oder beim Public Viewing – haben HNO-Ärzte bereits gewarnt, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Im „Stade de France“ in Paris seien bereits Schalldruckpegel von bis zu 131 Dezibel gemessen worden, was etwa einem nahen Düsenjäger entspricht. Also schon jenseits der bekannten Schmerzschwelle.

Während eines normalen Fußballspiels beträgt die Lärmbelastung zwischen 92,6 dB und 97,3 dB. Und das entspricht bereits dem Lärm einer Motorsäge oder einer Holzfräsmaschine.Jan Löhler, Facharzt für HNO-Heilkunde

Wenn man solchen Bedingungen dauerhaft ausgesetzt ist, kann das bleibende Gehörschäden verursachen, betont Dr. Löhler. Ein Spiel dauert ja „nur“ 90 Minuten – oder vielleicht 120, wenn es dann noch keine Entscheidung gibt. Und ob das an Spannung noch immer nicht genug wäre, dann sogar länger, dann folgt nämlich das Drama mit dem Elfmeterschießen. Die Spiele fangen seit dem Viertelfinale erst um 21:00 Uhr an, es kann also ziemlich spät werden.
Es wird wahrscheinlich anstrengend am Donnerstag und Freitag, geschweige denn am Montag nach dem Finale. Vor Mitternacht kommt man ja kaum ins Bett und wem das an Schlaf nicht reicht, der kann nur wacker mit der Müdigkeit kämpfen, viel Kaffee trinken und auf allgemeines Verständnis hoffen. Es gibt ja zum Glück nur alle vier Jahre Fußball-Europameisterschaften, naja, dazwischen noch eine Fußball-Weltmeisterschaft, und eigentlich stehen die Olympischen Spiele auch noch vor der Türe, zusätzlich verschärft um eine fünfstündige Zeitverschiebung. Es ist wahrlich nicht leicht, Sport zu schauen.

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