Während der Markt für Health-Apps rund um den Globus ständig wächst, bleiben Ärzte für die Herausforderungen der mobilen Gesundheit unvorbereitet. Das zeigen die Ergebnisse einiger aktueller Studien.

Eine aktuelle Studie des deutschen Strategieberatungs- und Marketingforschungsunternehmens Research2Guidance (R2G) zeigt, dass mobile Anwendungen im Gesundheitsbereich in den nächsten Jahren eher von den App Stores angeboten werden, als von Ärzten, Krankenhäusern oder Apotheken. Die Tendenz wird deutlich, wenn man die Studie des gleichen Unternehmens aus dem Jahr 2010 betrachtet: damals glaubten über 65 Prozent der im Gesundheitswesen tätigen Personen, dass Health-Apps in den kommenden Jahren hauptsächlich durch Ärzte und Krankenhäuser den Patienten angeboten werden. Fünf Jahre später (2015) sind es nur noch 48 Prozent bei den Ärzten und 46 Prozent bei den Krankenhäusern, die daran glauben: „Als wir den Markt für Health-Apps vor fünf Jahren untersuchten, führte uns ein äußerst positives Gefühl zu der Annahme, dass die mobilen Anwendungen einen wesentlichen Bestandteil der Gesundheitsversorgung in den kommenden Jahren bilden werden und dass Ärzte und Krankenhäuser immer mehr die Health-Apps in ihrer Praxis integrieren werden. Bis Ende 2015 ist dieses Szenario jedoch eher utopisch geblieben“, so Sean Philips, Forscher bei R2G. Die Studie, die seit 2010 jährlich durchgeführt wird, ist die weltweit größte Untersuchung des Marktes für Gesundheits-Apps.

Nach der Studie werden in den nächsten fünf Jahren vor allem die Patienten von der Entwicklung der mobilen Gesundheit (engl. mHealth) profitieren, während die Änderungen des traditionellen Gesundheitssektors ein Risiko für das Geschäft der Ärzte bergen, die darauf nicht vorbereitet sind. Somit wird die Zukunft der mobilen Gesundheit einen bedeutenden Einfluss auf die Patient-Arzt-Beziehung haben. Während viele Ärzte bzw. Krankenhäuser sowie Apotheken mit den Herausforderungen immer noch kämpfen, verfeinern diverse mHealth-Unternehmen ihre Plattformen und Produkte. Deshalb sollten sich Ärzte und Kliniken Strategien überlegen, sich an die innovativen Entwicklungen im Bereich des Gesundheitswesens anzupassen.


Da mittlerweile in fast jedem Bereich sehr viel nur digital passiert, haben viele Patienten hohe Erwartungen an eine digitale Interaktion auch im Bereich des Gesundheitswesens, bleiben aber derzeit meist enttäuscht. Solche Ergebnisse zeigt eine Studie des Unternehmens Accenture, und zwar: obwohl zwei Drittel der größten Krankenhäuser in den USA eigene Health-Apps entwickeln, finden nur 2 Prozent der Patienten die mobilen Anwendungen nützlich. Laut den Forschern bieten Ärzte und Krankenhäuser eindeutig nicht das an, was die Patienten von einer App erwarten. Schließlich ist im digitalen Zeitalter die mobile Bindung zum Patienten enorm wichtig für den Erfolg jeder Klinik.

Technologieexperten meinen, dass der mHealth-Markt sich immer noch in der Phase der Werbung befindet und vor allem von den neuen Technologien und den Patientenbedürfnissen getrieben wird. Die Integration der Gesundheitsvorsorge sollte nun rechtzeitig geschehen, wobei Ärzte die entscheidende Komponente sind.

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