Kliniken und Ärzte setzen jetzt auf den Einsatz von Tablets im Praxisalltag. Eine aktuelle Studie aus Australien zeigt, dass Patienten besser beraten sind, wenn sie vor geplanten Eingriffen per Video statt in einem persönlichen Arztgespräch informiert werden.

Die Arzt-Visite ist erst vor etwa zwei Jahren neue Wege gegangen, als das iPad am Krankenbett den Klinikalltag in einigen Krankenhäusern veränderte. Bei der Arzt-Visite können Patienten verschiedener Krankenhäuser zum Beispiel Röntgenbilder direkt am Krankenbett auf dem iPad im Arztgespräch klären. Die Informationvermittlung, ein Hauptfaktor im medizinischen Alltag, wird dadurch wesentlich erleichtert und verbessert.

Australische Ärzte haben nun untersucht, wie gut sich ein Video, das Patienten vor Eingriffen über diverse Angelegenheiten aufklärt, ein Vorgespräch ersetzen kann. Da Gespräche zwischen Arzt und Patient aus verschiedensten Gründen – Zeitmangel, komplizierte  Termine etc. – zu Missverständnissen führen können, versuchte die australische Forschungsgruppe, wie kurze Videos bei der Patientenberatung vor geplanten Eingriffen zum Einsatz kommen können. Statt die üblichen Vorgespräche durchzuführen, wurden den Patienten vor einer Harnröhren- und Blasenspiegelung anhand kurzer Erklärvideos und Illustrationen, die den Eingriff detailliert erklärten, auf dem Tablet gezeigt. Einer Kontrollgruppe wurde der selbe Inhalt in einem herkömmlichen Arztgespräch vermittelt. Anschließend sollten alle untersuchten Patienten einen Fragebogen zur Überprüfung der aufgenommenen Information ausfüllen. Es stellte sich heraus, dass die Patienten, die per Video über die bevorstehende Operation informiert wurden, um fünfzehn Prozent bessere Resultate bei dem Test erreichten als Teilnehmer der Kontrollgruppe, die den gleichen Inhalt in einem klassischen Arztgespräch vermittelt bekommen hatten. Schließlich tauschten beide Gruppen, so dass am Schluss jeder Patient sowohl per Video als auch im Gespräch informiert worden war. Mehr als achtzig Prozent der Teilnehmer gaben an, die Videoaufklärung zu bevorzugen.


Die Forscher weisen darauf hin, dass sich kurze Videos grundsätzlich sehr gut für Lernprozesse eignen, da sich Menschen durch multimediale Tools wie Animationen, Grafiken oder auch Diagramme, Inhalte besser einprägen. Laut der Forschungsgruppe sollte die Studie allerdings nicht beweisen, dass das Tablets das übliche Vorgespräch ersetzen sollen, sondern demonstrieren, dass es auch Alternativen gibt, die bei den Patienten gut ankommen und die das Verständnis über bevorstehende Eingriffe verbessern können. Zudem soll damit auch die Angst vor der Operation reduziert werden.

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