Kinderwunsch: Endlich zu Dritt

Ein Baby zu bekommen ist die natürlichste Sache der Welt. Doch bei jedem siebenten Paar will es nicht klappen, die Frau wird nicht schwanger. Laut Statistik sind etwa 15 Prozent aller mitteleuropäischen Paare unfruchtbar, wobei die Ursache für die Unfruchtbarkeit in 45 Prozent der Fälle bei der Frau liegt, in 35 Prozent der Fälle ist […]

Damit der Kinderwunsch in Erfüllung geht, vertrauen viele Eltern auf erfahrene Fertilitätsmediziner.

Ein Baby zu bekommen ist die natürlichste Sache der Welt. Doch bei jedem siebenten Paar will es nicht klappen, die Frau wird nicht schwanger. Laut Statistik sind etwa 15 Prozent aller mitteleuropäischen Paare unfruchtbar, wobei die Ursache für die Unfruchtbarkeit in 45 Prozent der Fälle bei der Frau liegt, in 35 Prozent der Fälle ist der Mann der Grund für die ungewollte Kinderlosigkeit und in 20 Prozent betrifft es beide Partner.

Der Leidensdruck, der bei Paaren durch unerfüllten Kinderwunsch entsteht, ist groß. Eine rasche Abklärung sollte sowohl bei der Frau als auch beim Mann gemacht werden. Somit ist der Gang zum Gynäkologen als auch Urologen unumgänglich. Oder das Paar begibt sich gleich in die Hände eines Reproduktionsmediziners bzw. Kinderwunschklinik, denn Kinderlosigkeit ist ein Problem, das beide Partner in gleichem Maß betrifft.

Wenn die ersehnte Schwangerschaft ausbleibt, sind beim Mann dafür ungenügend aktive oder fehlgebildete oder zu wenig Spermien verantwortlich. Dr. Mehrdad Davoudi, Facharzt für Urologie und Andrologie sowie Partnerarzt der Kinderwunschklinik Tiny Feet erklärt die möglichen Ursachen für eine eingeschränkte Spermienqualität: „Entzündungen, Krampfadern im Hoden, hormonelle Störungen, genetische Faktoren oder auch Einflüsse des Lebensstils.“ In Folge wird die Krankengeschichte des Mannes erhoben und speziell Hoden, Prostata und Samenblasen werden mittels Ultraschall untersucht. „Eine zentrale Säule in der Diagnostik ist aber das Spermiogramm. Die Spermien werden unter dem Mikroskop auf Menge, Beweglichkeit und Aussehen untersucht.“

Der Besuch beim Urologen schafft somit Klarheit und nimmt Ängste. Dr. Rudolf Rathmanner, Gynäkologe, Reproduktionsmediziner und Leiter von Tiny Feet macht den Paaren Hoffnung, denn „bei milden Formen der männlichen Fruchtbarkeitsstörung können Inseminationen – die Samen des Ejakulats werden konzentriert und mit Hilfe eines Katheters in die Gebärmutterhöhle der Partnerin eingebracht – durchgeführt werden“. Somit findet die Befruchtung im Körper der Frau statt. Gibt es aber laut Spermiogramm starke Einschränkungen kommt die In-Vitro-Fertilisation (IVF) zur Anwendung. Dabei werden die weiblichen Eizellen außerhalb des Körpers unter dem Mikroskop befruchtet. Zuvor erfolgt eine mehrtägige hormonelle Stimulation der Frau, um dann die reifen Follikel von deren Eierstöcken abzusaugen. Bei Männern, die eine Vasektomie, also eine Durchtrennung der Samenleiter, durchführen haben lassen und bei denen sich erneut Kinderwunsch einstellt, ist laut Rathmanner „künstliche Befruchtung eine erfolgsversprechende Behandlungsmöglichkeit“.


Die Statistik zeigt aber auch, dass Eltern bei der Geburt ihrer Kinder immer älter werden. Viele Frauen entscheiden sich – entgegen ihrer natürlichen fruchtbaren Jahre – immer später für eine gewollte Schwangerschaft. Das Engagement im Beruf sowie eine Vielfalt an zuverlässigen Verhütungsmöglichkeiten beeinflussen das bewusste „Ja“ der Frau zu einem Kind.

Doch dabei wird die optimale biologische Chance Mutter zu werden oftmals übergangen – die natürliche Fertilität ist bei einem Alter von 38 bis 45 Jahren limitiert. Viele Paare kommen leider zu spät in eine Kinderwunschpraxis. Ab dem 35. Lebensjahr sollte dies bereits nach einem halben Jahr erfolgen, wenn sich die gewollte Schwangerschaft nicht einstellt.

“Der Begriff Künstliche Befruchtung verunsichert. Denn tatsächlich ist die Vereinigung von Samen und Eizelle die natürlichste Sache der Welt!“Dr. Michael Schenk, Kinderwunsch Institut

Es ist ihm im Interesse vieler hoffnungsvoller Wunscheltern ein persönliches und außerordentliches Anliegen seine Forschung, die Entwicklung und die Implementation neuester Technologien stets voranzutreiben. Zusätzlich hat in Österreich die Novellierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes neue Rahmenbedingungen geschaffen. Wer bisher eine Eizellenspende benötigte, musste ins Ausland ausweichen, was erhebliche Mehrkosten verursachte und sozial ungerecht war. Denn laut neuem Gesetz widerspricht es dem Gleichheitsgrundsatz, die Eizellenspende weiterhin zu verbieten. Das heißt aber auch, dass eine Frau bei entsprechender medizinischer Indikation, wie Tumorerkrankung, IVF-Behandlung, für sich selbst das sogenannte Egg Freezing in Anspruch nehmen kann.

Obwohl medizinisch kein Unterschied mehr zwischen frischen und aufgetauten Eizellen besteht, bestimmt weiterhin die Jugend der Eizelle die Schwangerschaftsrate. Trotzdem greift die Gesetzeslage noch immer massiv in die Familienplanung der Frauen ein. Denn Social Egg Freezing, also die eigene Vorsorge von genetisch fitten Eizellen, die irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt benötigt werden, ist nicht erlaubt. Dr. Schenk sieht das als Ungerechtigkeit, denn „Männer dürfen das zu jeder Zeit. Zum Beispiel auch als Backup, wenn sie ihre Samenleiter unterbinden lassen.“

Erfreulich ist jedoch, dass die Gesetzesänderung die Behandlung gleichgeschlechtlicher Paare liberalisiert, denn Eizellenspende und Samenspende Dritter sind nun auch in Österreich bei der künstlichen Befruchtung erlaubt.

Zeige Buttons
Verberge Buttons
%d Bloggern gefällt das: