Der aktuelle Bericht des Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) zeigt ein klares Bild: 96.826 Aufenthalte im Jahr 2014 bedeuten einen Zuwachs von 2,2 %. Diese Steigerung ergibt sich vor allem aus den hohen medizinischen Standards, die in der jährlichen Überprüfung der Qualitätsarbeit durch den PRIKRAF einmal mehr bestätigt wurden, sind der Fachverband der Gesundheitsbetriebe und der Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs überzeugt. Patienten können aber auch selbst die Qualität und Vorzüge der einzelnen Häuser an bestimmten Anhaltspunkten erkennen.

Immer kürzere Aufenthalte

Jedes Jahr evaluiert der Tätigkeitsbericht des Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) die Qualitätsarbeit in den Kliniken. Vor wenigen Tagen ist die Bilanz für das Jahr 2014 erschienen. Demzufolge vertrauen immer mehr Patienten auf die Qualitätsarbeit der österreichischen Privatkrankenhäuser: Insgesamt wurden letztes Jahr 96.826 Aufenthalte verzeichnet, was einem Anstieg von 2,2 % entspricht. Die Mehrheit der Patienten ist weiblich (60,8 %), das Durchschnittsalter liegt bei knapp 61 Jahren.

“Bei der Überprüfung der Qualitätsarbeit konnten die Privatkrankenanstalten immer sehr gute Ergebnisse vorweisen.
Jetzt gilt es, diese auch für die PatientInnen sichtbar zu machen.“Katharina Pink, Geschäftsführerin des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs

Darüber hinaus sind folgende drei Entwicklungen zu beobachten:

  1. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinkt stetig: Lag diese 2011 noch bei 4,8 Tagen, konnten die Patienten das Privatspital im vergangenen Jahr im Schnitt bereits nach 4,37 Tagen wieder verlassen.
  2. Besonders hohe Zuwächse gibt es bei den ambulanten Tagesaufenthalten: Im Vergleich zum Vorjahr kam es in diesem Bereich zu einer Steigerung um 22,3 %.
  3. Zu den Haupt-Diagnosegruppen zählen „Bewegungsapparat“, „Schädel, Gehirn, Nervensystem“, „Augen, Orbita“ und „Entbindung“. Auf diese vier Gruppen entfallen mehr als die Hälfte aller Aufenthalte (50,8 %)

Katharina Pink MSc BSc BA, Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs. Foto: Tanzer



„Die immer kürzere Aufenthaltsdauer und die vermehrten tagesklinischen Aufenthalte lassen sich auf verschiedene Gründe zurückführen: zum einen zeigen sie den medizinischen Fortschritt, andererseits liegt diese Entwicklung auch in der exzellenten Zusammenarbeit zwischen den Privatkrankenanstalten und den Rehabilitations-Kliniken begründet. Diese ermöglicht den PatientInnen, dass sie bereits nach kurzer Zeit mit der Rehabilitation starten können. Das ist ein entscheidender Punkt für den optimalen Genesungsprozess“, erklärt Thomas Kreuz, Finanzreferent des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs.

Transparent dargestellte Qualität

Um PatientInnen und der Öffentlichkeit transparente Daten zur Verfügung stellen zu können, evaluiert der PRIKRAF auch die Qualitätsarbeit in den Privatkrankenanstalten. Dabei wird nicht nur die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Strukturkriterien, wie sie im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) festgehalten sind, kontrolliert. Zusätzlich erfolgt mit A-IQI (Austrian Inpatient Quality Indicators) jährlich die Messung der Behandlungsqualität anhand festgelegter Indikatoren aus Ergebnis-Routinedaten (wie z.B. Operations-Techniken, Sterblichkeitsrate oder Intensivhäufigkeiten) für verschiedene Krankheitsbilder, um Behandlungserfolge oder mögliche Behandlungsfehler sichtbar zu machen. „Für Privatkrankenanstalten ist die Erbringung von qualitativ hochwertigen Leistungen eine Selbstverständlichkeit. Daher hat der Fachverband der Gesundheitsbetriebe gemeinsam mit dem PRIKRAF die Implementierung und Einhaltung der Strukturqualitätskriterien für Privatkrankenanstalten in den letzten Jahren umgesetzt. Die österreichweite Implementierung dieser Kriterien sowie deren regelmäßige Kommunikation machen die Qualität unserer Leistungen für unsere PatientInnen noch besser nachvollziehbar – nicht zuletzt deshalb schenken uns immer mehr PatientInnen ihr Vertrauen“ erklärt Julian M. Hadschieff, Obmann des Fachverbandes der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich.


Auf Basis der Ergebnisse des PRIKRAF-Berichts und der vielschichtigen Qualitätsstrukturen in den einzelnen Häusern zieht Julian M. Hadschieff zufrieden Bilanz: „Die Privatkrankenanstalten in Österreich erbringen Spitzenmedizin unter höchsten Qualitätsstandards. Sie stellen damit eine wichtige Säule der Gesundheitsversorgung in unserem Land dar.“

KR Mag. Julian M. Hadschieff/PremiQaMed



Wie können Patienten eigenständig die Qualität eines Privatspitals erkennen?

„Bei der Überprüfung der Qualitätsarbeit konnten die Privatkrankenanstalten immer sehr gute Ergebnisse vorweisen. Jetzt gilt es, diese auch für die PatientInnen sichtbar zu machen“, erklärt Katharina Pink, Geschäftsführerin des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs, und fasst deshalb die wichtigsten Anhaltspunkte für die PatientInnen zusammen:

Qualitätsmodelle sind Qualitätsmanagementsysteme, die in einer Klinik oder einer speziellen Abteilung implementiert, verwirklicht und zertifiziert werden. Immer mehr Privatkrankenanstalten führen ein oder sogar mehrere Qualitätsmodelle in ihren Häusern und listen diese für die PatientInnen auf ihren Websites auf. Zu den wichtigsten und aussagekräftigsten Qualitätsmodellen zählen: ISO (International Organziation for Standardization), EFQM (European Foundation for Quality Management), KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen), JCI (Joint Commission International), Best Health Austria sowie medizinische Zertifizierungen (Brustgesundheitszentrum, Endocert etc.).
Um stets hohe Qualität zu gewährleisten, nutzen Kliniken verschiedene Instrumente. Dazu zählen etwa Richtlinien oder Checklisten, die idealtypische Abläufe und Verfahrensweisen beschreiben, weiter ein strukturiertes OP-Management oder ein indirektes Entlassungsmanagement. Als zentrales Instrument der Qualitätsarbeit beschreibt Katharina Pink auch die Patientenbefragungen, die mittlerweile in den meisten Privatkrankenhäusern durchgeführt werden: „Die regelmäßige Einholung von Feedback der PatientInnen ist ganz essentiell für die stetige Verbesserung der Qualitätsarbeit.“. Außerdem bieten alle Kliniken ihren PatientInnen jederzeit die Möglichkeit, ihre Vorschläge einfach und unkompliziert einzubringen.
Die meisten Privatkrankenanstalten in Österreich sind so genannte Belegspitäler. Das bedeutet, dass entweder die PatientInnen den Arzt ihres Vertrauens konsultieren und dieser empfiehlt ihnen anschließend jenes Haus, das über die beste Voraussetzungen für die erforderliche Behandlung verfügt und führt die Behandlung auch in diesem durch. Oder PatientInnen können auch selbstständig eine Krankenanstalt nach medizinischem Schwerpunkt auswählen. Die Privatkliniken wiederum arbeiten sehr eng mit den Belegärzten zusammen, um eine Top-Versorgung der PatientInnen zu garantieren.
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