Privatversicherung: Ans Ziel durch den Dschungel

Es ist ein spartanisch eingerichtetes Zimmer, in dem die Patienten auf ihren Arzt warten. Schmucklose Holzsessel, der Lesezirkel des vergangenen Monats und Neonröhren schaffen eine bescheidene Atmosphäre, wenn’s mal wieder länger dauert. Und das kann bei Kassenpatienten durchaus passieren. Im Raum nebenan bietet sich ein anderes Bild. Hier reiht sich die Ledercouch an den gläsernen […]

Tausende Versicherte setzen neben ihrer gesetzlichen Krankenkasse zusätzlich auf eine Privatversicherung. Eine bessere Welt finden sie dort zunächst nicht. Sie stehen in einem unübersichtlichen Tarifdschungel. Der High-End-Versicherungscheck ist der Kompass.

Es ist ein spartanisch eingerichtetes Zimmer, in dem die Patienten auf ihren Arzt warten. Schmucklose Holzsessel, der Lesezirkel des vergangenen Monats und Neonröhren schaffen eine bescheidene Atmosphäre, wenn’s mal wieder länger dauert. Und das kann bei Kassenpatienten durchaus passieren. Im Raum nebenan bietet sich ein anderes Bild. Hier reiht sich die Ledercouch an den gläsernen Besprechungstisch. Zeitschriften sucht man vergebens. Wozu auch? Wer im Wartezimmer für Privatpatienten Platz nimmt, muss keinen langen Aufenthalt befürchten.

Die Hochglanzbroschüren der Versicherungsgesellschaften verheißen den Sonderklasseversicherten ein Leben als VIP, fernab von Wartezeiten und Standardmedizin. Wer dazugehören will, braucht die passende private Versicherung.

Aber welche ist die Beste? Der Versicherungscheck zeigt es.

Der erste Schritt

Ausgehend von einer definierten Zielperson machen wir für Sie den Vergleich. Eine Frau, 35 Jahre alt, 1 Kind, Nichtraucherin, interessiert sich für die bestmögliche Zusatzkrankenversicherung in Österreich. Das Beste vom Besten ist ihr gerade gut genug. Wir wollen einen Prämienvergleich aller sieben Anbieter. Zur Seite steht uns www.chegg.net, über das Versich erungen online im Hinblick auf Prämienunterschiede und Leistungsumfang gesucht und verglichen werden.

Der zweite Schritt

chegg.net erstellt nach unseren Wunschvorstellungen einen Leistungskatalog für das Prämiumsegment – als Beispiel Sonderklasse, Einbettzimmer, Österreichtarif und ohne Selbstbehalt – ambulanter Tarif für Privatarztbehandlungen und Alternativmedizin bis zu einer Jahresleistung von 2.800 Euro. Er enthält insgesamt 57 optionale Auswahlmöglichkeiten für den Bereich „Sonderklasse Krankenversicherung“. Darunter sind: Alternative Heilbehandlungen (Homöopathie, Akupunktur, Akupressur, Bachblüten, TCM, Chiropraktik und Bioresonanz), Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (Hörgeräte, prophylaktische Impfstoffe, Sehbehelfe, Kurbehandlungen und Ernährungsberatung) sowie Sonderklasse, Sonderklasse nach Unfall und Sonderklasse Optionsversicherung (weltweite Abdeckung, Rückholung aus dem Ausland, ambulante Eingriffe uvm.). Soweit der Wunschkatalog.


  • Dritter Schritt

    Nun zum Check: chegg.net erfasst insgesamt 28 Produkte. Zum Prämienvergleich werden aber nur die ähnlichsten herangezogen, ein Versicherungspackage pro Versicherungsanbieter, also insgesamt sieben.

  • Vierter Schritt

    Das Ergebnis. Wir erhalten sieben Versicherungsangebote. Drei Prämienmodelle. Prozentangaben bei den Produktnamen, die zeigen, wie sehr das Angebot unsere Wunschvorstellungen erfüllt (siehe Grafik 1 und Grafik 2). Alles in allem übersichtlich und überschaubar.


Uns ist es nach wie vor völlig unklar, nach welchen Parametern die Neuversicherten ihre private Krankenversicherung auswählen. Der Dschungel wird immer dichter, je tiefer man sich vorwagt. Ein Kompass in Form eines Versicherungsvergleichs hilft zweifellos, einen Überblick über passende Prämien- und Tarifmodelle zu erhalten. Was er allerdings nicht übernehmen kann, ist die Prüfung der Details nach persönlicher Relevanz. Unser Tipp: Vergleichen Sie jedenfalls die verschiedenen Angebote direkt auf der Produktebene. Das ist zwar sehr aufwendig, doch der Vergleich lohnt. Nur so können Sie feststellen, ob alle Leistungen für Ihren persönlichen Bedarf, und auf den kommt es letztlich an, enthalten sind.

Leistungskatalog für das Premiumsegment

57 optionale Auswahlmöglichkeiten für den Bereich „Sonderklasse Krankenversicherung“

  • Alternative Heilbehandlungen: Homöopathie, Akupunktur, Akupressur, Bachblüten, TCM, Reflexzonenmassagen, Chiropraktik und Bioresonanz uvm.
  • Maßnahmen zur Gesundheitsförderung: Hörgeräte, Hauskrankenpflege, prophylaktische Impfstoffe, Sehbehelfe, Kurbehandlungen, Transportkosten, Ernährungsberatung uvm.
  • Sonderklasse, Sonderklasse nach Unfall und Sonderklasse Optionsversicherung: Sonderklasse-Deckung wegen Krankheit, weltweite Abdeckung, Rückholung aus dem Ausland, Rehabilitationsmaßnahmen, ambulante Eingriffe uvm.

Vergleichen, vergleichen, vergleichen

„Gerade im Bereich der privaten (Zusatz-)Krankenversicherung (PKV) stehen Konsumenten vor einem immer unübersichtlicheren Tarifdschungel“, meint Thomas Lang, nicht ohne hinzuzufügen, dass für die Österreicher leider nach wie vor nur die Höhe der Prämie „das Maß aller Dinge ist“, was gerade bei PKV einerseits unmöglich, andererseits völlig hoffnungslos ist (sehr anschaulich im großen premium-health-Test zu sehen!). Eine durch die langjährigen geübten und sehr beliebten Vergleiche der Kfz-Versicherungen, die nach wie vor praktikabel sind, schlechte Eigenschaft der österreichischen Versicherungsnehmer.

Frei nach dem Motto „Never change a winning team“ sollte man, insbesondere nach vielen Jahren, nie den Versicherer wechseln, höchstens seinen Tarif anpassen. Unangenehmes Detail eins am Rande – es werden, nicht zuletzt durch die sinkende Meinung übers öffentliche System, immer mehr PKV nachgefragt und diese werden laufend teurer – Marktwirtschaft pur. Unangenehmes Detail zwei: Man kann auch „rausgeschmissen“ werden und kein Versicherer ist verpflichtet, jemanden zu versichern! Des einen Leid, des anderen Freud: Gerade wegen dieses Tarifdickichts – so bietet alleine die Merkur-Versicherung auf ihrer Website über 12 verschiedene Modelle an – erfreut sich chegg.net regen Zuspruchs. So kann Lang auch leicht auf den Mitbewerber www.durchblicker.at verweisen. Dieser hat von Lebens- bis hin zu Hunde- und Katzenversicherungen alles, nur eben keinen privaten Krankenversicherungsvergleich. Aber oft sollen ja gerade ausgedehnte Wanderungen mit gut versicherten Hunden die allgemeine Gesundheit fördern.

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