Reisen: Vegan fliegen

Wenn Sie auch an Bord Wert auf vegetarische Kost legen oder gar gänzlich vegan essen möchten, sollten Sie sich früh darum kümmern. Die Termine, bis zu denen ein Sondermenü bestellt werden kann, sind von Airline zu Airline unterschiedlich. Wer auch bei Langstreckenflügen Wert auf fleischlose Kost legt oder gar gänzlich vegan essen mag, sollte sich […]

Wenn Sie auch an Bord Wert auf vegetarische Kost legen oder gar gänzlich vegan essen möchten, sollten Sie sich früh darum kümmern. Die Termine, bis zu denen ein Sondermenü bestellt werden kann, sind von Airline zu Airline unterschiedlich.

Wer auch bei Langstreckenflügen Wert auf fleischlose Kost legt oder gar gänzlich vegan essen mag, sollte sich früh darum kümmern. Sonst fährt man vielleicht ähnlich aus der Haut wie einige Fluggäste in Indien.

Vor etlichen Jahren weigerten sich in Indien nämlich 55 Passagiere, ein Flugzeug von Air India zu verlassen. Der Grund: Auf dem viereinhalbstündigen Flug von Kuala Lumpur nach Neu-Delhi war ihnen nur nicht-vegetarisches Essen angeboten worden. Ein Problem, das die aufgebrachten Vegetarier, deren Protestaktion über eine Stunde lang dauerte, aber auch hätten vermeiden können: Denn so gut wie jede Airline bietet nach Vorbestellung auf der Mittel- und Langstrecke sowohl veganes wie auch ovo-lacto-vegetarisches Essen an. Schwieriger hingegen wird es auf der Kurzstrecke – dort werden häufig nur Snacks verteilt, und wenn gerade Brötchen im Angebot sind, die mit einem Käse-Schinken-Mix belegt sind, haben vegetarisch und vegan orientierte Reisende zuweilen das Nachsehen.

Wer jedoch auf der Langstrecke unterwegs ist und – je nach Tageszeit und Flugdauer – ein bis zwei Mahlzeiten während seines Fluges erhält, der sollte seinen Menüwunsch in jedem Fall vorher vermerken. Zwei Stunden vor dem Flug freilich ist es zu spät – denn das Bordmenü wird bei der Cateringfirma schließlich vorbestellt und vorproduziert. Die Termine, bis zu denen ein Sondermenü bestellt werden kann, sind von Airline zu Airline unterschiedlich – wer sichergehen will, sollte mindestens 72 Stunden vor dem Abflug seinen Wunsch äußern. Bei manchen Airlines, beispielsweise bei Lufthansa oder AUA, ist die Bestellung sogar bis zu 48 bzw. 24 Stunden vor Abflug möglich.


  • Die Bereitstellung von Sondermenüs gehört für die Fluggesellschaften zum Alltag, denn auch Muslime und Diabetiker sowie Menschen mit Laktose- oder Glutenunverträglichkeit werden mit dem Standardangebot an Bord häufig nicht glücklich. Lufthansa hat deshalb 18 verschiedene Sondermenüs im Angebot, die von Economy-Passagieren bei Flügen ab 210 Minuten Dauer vorbestellt werden können. Darunter finden sich auch fünf verschiedene vegetarische Menüs. Neben ovo-lacto-vegetarischen Gerichten stehen auch vegane Gerichte, Früchte sowie vegetarisch-orientalische und vegetarisch-asiatische Menüs zur Wahl.
  • Während bei Lufthansa Sondermenüs bereits auf Flügen mit mehr als dreieinhalb Stunden Dauer im Angebot sind, bietet Air Berlin diesen Service nur auf der Fernstrecke – das heißt bei Flügen nach Asien, Nordamerika, Südafrika und in die Karibik. Dabei kann zwischen einer veganen und einer vegetarischen Mahlzeit gewählt werden. Auf kürzeren Strecken bietet Air Berlin neben kostenfreien Snacks die Möglichkeit, eine warme Mahlzeit auf eigene Rechnung zu bestellen. Dabei stehen für Passagiere, die diese Mahlzeit nicht vorbestellt haben, jedoch meist nur drei Gerichte zur Auswahl – zum Beispiel Currywurst, Hähnchengeschnetzeltes und asiatische Nudeln mit Hähnchenbrust. Doch auch hier gibt es Abhilfe: Wer sein „Gourmet Menü“ vorbestellt, hat auch ein veganes Menü (asiatisches Currygemüse in Kokosnussmilch mit Reis für 9 Euro) und ein ovo-lacto-vegetarisches Gericht (Penne Arrabiata mit Tomatensauce und Parmesanflocken – neun Euro) zur Wahl.

Am vegetarierunfreundlichsten verhält sich derzeit der Ferienflieger Condor: Er bietet Sondermenüs grundsätzlich nur gegen Aufpreis an. Wer vegetarisches Essen vorbestellt, zahlt auf der Mittelstrecke zehn Euro und auf der Langstrecke 15 Euro pro Flug extra. Besonders ausgeprägt hingegen ist die Auswahl der Sondermenüs bei vielen asiatischen Fluggesellschaften – Singapore Airlines beispielsweise hat mehr als 25 verschiedene Sondermenüs zur Auswahl, darunter sieben verschiedene vegetarische Menüs, die ohne Aufpreis reserviert werden können.

Airline-Codes für Bordmenüs

Für Sondermenüs an Bord gibt es international einheitliche Abkürzungen. Hier eine Auflistung der wichtigsten Catering-Codes, die für Vegetarier oder Veganer interessant sind. Nicht jede Airline hat all diese Sondermenüs im Angebot, meist jedoch zumindest ein paar davon:

  • AVML Vegetarian Asian (Hindu) Meal: Vegetarisch-asiatisches (Hindu-)Menü – dieses Menü enthält meist in Asien produziertes Gemüse, das im indischen Stil zubereitet wird.
  • FPML Fruit Platter Meal: Obstplatte – frisches Obst, Obstkompott sowie Früchtedesserts.
  • RVML Vegetarian Raw Meal: Vegetarisches Rohkostmenü – ausschließlich rohes Obst und Gemüse, keine tierischen Proteine.
  • VGML Vegetarian Vegan Meal: Vegetarisch-veganes Menü – veganes Gericht
  • VJML Vegetarian Jain Meal: Vegetarisches Jaina-Menü – veganes asiatisches Gericht, das kein Wurzelgemüse wie Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch oder Karotten enthält.
  • VLML Vegetarian Lacto-Ovo Meal: Ovo-lacto-vegetarisches Menü – kein Fleisch, keine Meeresfrüchte, kann aber Milchprodukte und Eier enthalten.
  • VOML Vegetarian Oriental Meal: Vegetarisch-orientalisches Menü – chinesisch oder orientalisch geprägtes Gericht ohne Fleisch, Fisch und Milchprodukte.
  • WVML Western Vegetarian Meal: Vegetarisches Essen nach europäischer Art – entspricht entweder VLML oder VGML.
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