Große Kreuzfahrtschiffe liegen schon seit Jahren im Trend. Urlaub auf See ist traumhaft, aber auch hier wünscht man sich Sicherheit und kompetente medizinische Versorgung. Schiffsärzte, die sich um die Gesundheit an Bord kümmern, werden immer mehr gefragt.

Mit dem Boom in der Kreuzfahrtbranche werden in den letzten Jahren qualifizierte Schiffsärzte immer mehr gefragt. Mittlerweile bieten Reeder bzw. Schifffahrtsunternehmer immer mehr medizinische Behandlungen an Bord an und brauchen demnach das entsprechende Personal. Indem Kreuzfahrtlinien den Standard der medizinischen Versorgung an Bord ständig heben, wird sie zum Wettbewerbsvorteil.

Während Reisen, die einige Monate dauern, melden sich mehrere tausende Patienten im Schiffshospital. Dementsprechend ist auch an Bord gut ausgebildetes Personal erforderlich. In Deutschland ist die Qualifikation von Schiffsärzten gesetzlich festgelegt. Neben Kenntnissen in Chirurgie und Innerer Medizin, der Reise- und Tropenmedizin und Basiskenntnissen in Zahnmedizin, Augenheilkunde, ist vor allem ein hohes Maß an Eigenverantwortung erforderlich. Zu den an Bord meist auftretenden Erkrankungen zählen unter anderem die Seekrankheit, unangenehme Folgen des Klimawechsels, Wunden und Verletzungen. Zudem behandeln Schiffsärzte auch Erkrankungen der Atemwege sowie Herzerkrankungen. In diesen Fällen ist ein adäquates, schnelles Handeln erforderlich. In Abstimmung mit dem Kapitän wird ein Rettungskonzept für die betroffenen Passagiere entworfen und umgesetzt. Falls externe, also nicht auf dem Schiff machbare Hilfe, notwendig ist, sind Kursänderungen des Schiffes oder beispielsweise Ausfliegen der Patienten per Helikopter erforderlich. Nach Statistik werden jedoch etwa 2 Prozent der Patienten landseitig hospitalisiert, der Großteil der Verletzungen wird gleich an Bord behandelt.

Zu den schifffahrtsmedizinischen Forschungs- und Ausbildungsinstituten in Deutschland gehören das Schifffahrtmedizinische Institut der Marine in Kronshagen sowie das „Hamburg Port Health Center“ des Zentralinstituts für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin in Hamburg. Dabei variieren die Vergütungsmöglichkeiten für Schiffsärzte stark – vom Festgehalt über ein Grundgehalt mit Erfolgsbeteiligung bis zur Privatliquidation durch den Schiffsarzt sind auch weitere Mischformen vorhanden.

Seit März 2011 vermittelt die deutsche Agentur „Schiffsarztbörse“ Ärzte für Einsätze an Bord. Ob auf privaten Luxusjachten oder auf Kreuzschifffahrten, setzt die von Christian Ottomann, Facharzt für Chirurgie, gegründete Online-Plattform qualifizierte Ärzte, die auf große Fahrt gehen wollen, rund um die Welt ein. Das Portal, das von Ärzten gegründet und verwaltet ist, vertritt sowohl die Interessen der Schiffsärzte als auch die der Schifffahrtsunternehmer und Privatpersonen, die medizinisches Personal für ihre Passagiere suchen. Im Mai 2016 veranstaltet die Schiffsarztbörse zum fünften Mal den Kompaktkurs „Maritime Medizin“, der ein aus Theorie und praktischen Übungen an Bord bestehendes Fortbildungskonzept für alle reiselustige Ärzte anbietet.

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