Ob man tatsächlich Trehalose, einen natürlich vorkommenden Zucker, im Kampf gegen Fettleber einsetzen kann, soll eine neue Studie zeigen. Obwohl es sich skurril anhört, könnte diese Erkrankung, die unter anderem durch hohen Zuckerkonsum verursacht wird, tatsächlich mit Zucker behandelt werden.

Im Rahmen einer aktuellen Studie stellten Forscher an der Washington University School of Medicine fest, dass Trehalose, ein natürlich vorkommender Zweifachzucker, Fettlebererkrankungen bei Mäusen verhindert. Einerseits hinderte der Zweifachzucker den Fruchtzucker bzw. Fruktose daran, in die Leber zu gelangen, andererseits verursachte Trehalose einen zellulären Reinigungsprozess, wobei überschüssige Fettablagerungen von den Leberzellen beseitigt wurden. „Wenn eine Maus auf zuckerreiche Diät gesetzt wird, bekommt sie in der Regel eine Fettleber. Jedoch haben wir festgestellt, dass, wenn die Maus zusätzlich zur zuckerreichen Ernährung, Wasser mit 3 Prozent Trehalose bekommt, der Prozess der Fettleberbildung völlig blockiert wird.“, so Dr. Brian DeBosch, Leiter der Studie. Zudem haben die Mäuse, die Trehalose bekamen, Gewicht verloren und ihre Cholesterinwerte und Triglyceride (Blutfette) waren am Ende der Studie niedriger als bei den Mäusen, die kein Trehalose-Wasser bekommen haben.

Trehalose ist ein aus zwei verknüpften Glukose-Molekülen bestehender Zucker. Da dieser Zweifachzucker zu einem moderaten Blutzuckeranstieg führt und einen geringeren Insulineffekt hat, ist er laut Gesundheitsspezialisten ein idealer Energiespender für Sportler. Trehalose kommt natürlich in verschiedenen Pflanzen, Pilzen und Insekten vor.

Die Studie deutet darauf hin, dass Ergebnisse bei Experimenten mit Mäusen nur bedingt bei Untersuchungen menschlicher Krankheiten herangezogen werden dürfen, vor allem weil das Immunsystem beim Tier mit dem menschlichen nicht gleichzustellen ist.

Mäuse und Menschen haben sehr ähnliche Glucosetransporter und diese sind in fast allen Zellen vorhanden.Dr. Brian DeBosch

Demnach könnte man hoffen, dass die Ergebnisse der Studie bei der Behandlung von Fettlebererkrankungen bei Menschen beitragen können. Fettlebererkrankungen werden durch die Kumulierung von Triglyceriden, also Blutfette, in den Leberzellen verursacht. Voraussetzungen dafür sind unter anderem hoher Alkoholkonsum, Diabetes oder Übergewicht. Bei nicht-alkoholisch verursachte Fettleber gilt Fruktose als eine der Hauptursachen. In diesem Zusammenhang empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) täglich höchstens sechs Teelöffel Zucker zu sich zu nehmen.

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