Durch die ständig steigenden Eigenanteilskosten bei Zahnersatz und Zahnbehandlungen gilt eine Zahnzusatzversicherung mehr denn je als sinnvolle Investition in die Mundgesundheit. Trotzdem eignet sie sich nicht für jeden.

Leute gibt’s, die tragen den Wert eines Kleinwagens mit sich herum“, kommentiert der “Konsument” anlässlich einer Studie über die Zahnzusatzversicherung. So viel kostet bekanntlich ein saniertes Gebiss. Doch Brücken, Kronen und Implantate zahlt die Krankenkasse nicht. Daher wäre eine Versicherung gut, die die Kosten übernimmt. So weit der Traum.
Doch die Realität sieht nicht ganz so schön aus, denn Zahnzusatzversicherungen sind relativ teuer und nur mit Einschränkungen zu bekommen: Es gibt sie nur in Kombination mit einer privaten Zusatzkrankenversicherung. Außerdem werden bei Weitem nicht alle Behandlungen in voller Höhe bezahlt. Bei exzellenter Zahngesundheit ist es wahrscheinlich, dass sich eine Zusatzversicherung nicht rentiert. Bei einer desolaten Zahnsituation werden Patienten entweder abgelehnt oder die Prämien sind exorbitant hoch. All das macht die private Zahn-Assekuranz nicht gerade attraktiv.


  • Die Grenzen der Sozialversicherung
    Die gesetzliche Krankenversicherung deckt Leistungen der Zahnärzte ab, allerdings nur zum Teil. Die Kosten der Amalgamfüllungen werden gänzlich von den österreichischen Kassen übernommen. Kunststoff-, Gold- oder Keramik-Inlays nicht. Brücken, Kronen und Implantate ebenso wenig.

    In Österreich nur sehr wenig verbreitet.
    „Es gibt zwar in Österreich einzelne Angebote für Zahnzusatzversicherungen, sonderlich verbreitet sind diese aber nicht“, erklärt Jörg Krainhöfner, Kammeramtsdirektor der österreichischen Zahnärztekammer. „Aus meiner Sicht sehe ich derzeit auch nicht, dass sich dieser Markt in absehbarer Zeit besonders entwickeln würde. Die Gründe dafür sind sicherlich vielschichtig, der wahrscheinlichste wird aber wohl sein, dass die Prämienhöhen nicht wirklich interessant sind.“

  • Wann versichern, wann nicht? Für folgende Situationen sind Zahnversicherungen aber besonders sinnvoll:

    1. Bei Vorliegen einer Parodontitis (Parodontose), wenn mit Zahnverlusten zu rechnen ist.
    2. Viele wurzelbehandelte Zähne, auch hier sind spätere Zahnverlusten zu erwarten.
    3. Viele stark gefüllte Zähne. Hier werden Restaurationsmaßnahmen wie Kronen oder Inlays notwendig.
    4. Bereits viele vorhandene Kronen und Brücken, denn die halten nicht ewig.
“Alle Versicherer tragen nie die kompletten Kosten, sondern einen prozentuellen Anteil der Kosten einer Zahnbehandlung. Darüber hinaus begrenzen alle Versicherer die Leistungen pro Jahr mit einer Höchstsumme.”

Der eine braucht‘s, der andere nicht
Zahnzusatzversicherungen sind definitiv nicht für jeden geeignet. Bei hervorragender Zahngesundheit handelt es sich bei einer Zahnversicherung um keine gute Investition. Sind die Zähne ein Desaster, wird einen die Versicherung mit großer Wahrscheinlichkeit ablehnen, im besten Fall schnalzen nur die Prämien kräftig in die Höhe.
Auszahlen wird sich eine Zahnzusatzversicherung also für jene Patienten, die bereits etliche Plomben oder Wurzelbehandlungen bzw. beides bereits hinter sich haben. Dass für sie später Kronen oder gar Implantate zum Thema werden, ist eher wahrscheinlich.
Aber auch in diesem Fall ist genau analysieren von Vorteil: „Sinnvoll ist das nur, wenn wirklich alle möglichen Leistungen inkludiert sind. Mit Ausschluss von einzelnen Leistungen könnten zusätzliche Kosten zustande kommen“, so Krainhöfner. Darüber hinaus spiele auch der Preis eine Rolle: „Denkbar wäre eine Variante, die einen fixen Zuschuss für einzelne Leistungen bietet, den Rest bezahlt man dann in Form eines Selbstbehaltes.“


  • Anbieter im Vergleich
    In jedem Fall sollte man sich vor dem Abschluss einer teuren Zahnversicherung gut beraten lassen und im Zweifelsfall zweimal nachfragen. Bis auf zwei Ausnahmen ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nur gemeinsam mit einer Sonderklasseversicherung möglich.
    Bei der Generali kann der Zahnzusatztarif auch gemeinsam mit einem Tarif für ambulante Heilbehandlungen (Privatarzt) und einem Krankenhaustaggeldtarif abgeschlossen werden. Die Allianz-Versicherung hat in ihrem Tarif für ambulante Heilbehandlungen automatisch einen geringen Kostenersatz für Zahnbehandlungen inkludiert. Wenn man diesen Kostenersatz aufstocken möchte, ist das möglich – allerdings auch wieder nur im Rahmen eines Tarifes für ambulante Heilbehandlungen. Damit ist die Allianz sicherlich der Anbieter, der in Summe gesehen, wahrscheinlich die günstigste Einstiegshürde (Prämienhöhe) anbietet.

    Sorgfältige Planung ist alles
    Alle Versicherer tragen nie die kompletten Kosten, sondern einen prozentuellen Anteil (z.B. 60 Prozent) der Kosten einer Zahnbehandlung. Darüber hinaus begrenzen alle Versicherer die Leistungen pro Jahr mit einer Höchstsumme. So kommen automatisch Behandlungsselbstbehalte zu Stande. Die Versicherer sind bestrebt, ihre Versicherungsnehmer auch im Zahnzusatztarif einige Jahre zu binden, daher bieten sie in den ersten Jahren nach dem Abschluss steigende Jahreshöchstleistungen an. Wer also eine Sanierung seines Gebisses plant und diese nicht zur Gänze selbst finanzieren will, tut gut daran, bereits einige Jahre im Voraus zu planen und auch die Wartezeiten nach Abschluss zu berücksichtigen.

  • Inkludierte Leistungssegmente. Wichtige Segmente von Zahnzusatzversicherungen sind:

    1. Zahnersatz allgemein
    2. Implantate
    3. Funktionsanalytische Maßnahmen (Registrierung der Kiefergelenkposition und der Kiefergelenkbewegungen in Zusammenhang mit Zahnersatz)
    4. Keramische Verblendungen bei Brücken und Kronen
    5. Inlays (hochwertige Einlagefüllungen aus Gold oder Keramik)
    6. Andere private Zahnbehandlungen (Wurzelbehandlungen in besonderen Fällen, professionelle Zahnreinigung, Kunststofffüllungen, Laserbehandlungen). Wenn Sie aufwändigen Zahnersatz erwarten bzw. absichern möchten, dürften die Punkte 1-3 (4) für Sie von großer Wichtigkeit sein. Bei der Notwendigkeit, stark gefüllte Zähne mit hochwertigen, ästhetisch perfekten Maßnahmen zu erhalten, sind die Punkte 5 und 6 zu beachten.

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